Der Nachthimmel im Dezember 2017

Rendezvous mit `Oumuamua


Quelle: ESO/M. Kornmesser
  Dieses Bild zeigt eine künstlerische Darstellung des ersten bekannten interstellaren Besuchers. Der Himmelskörper kam aus Richtung des Sterns Vega, drang mit 95.000 km/h in unser Sonnensystem ein, flog einmal um unsere Sonne herum und ist nun wieder auf den Weg zu den Sternen.

Diese Grafik zeigt die Flugbahn des interstellaren Besuchers:

Quelle: ESO/K. Meech et al.

Entdeckt wurder der, inzwischen offiziell 1I/2017 U1 (`Oumuamua) benannte Körper am 19. Oktober 2017 von Pan-STARRS. Dieses, auf Hawaii befindliche Teleskopsystem, wurde speziell für die Himmelsüberwachung konzipiert. Nachfolgende Beobachtungen mit Großteleskopen, wie dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO, ermöglichten es den Astronomen das Aussehen von `Oumuamua zu entschlüsseln.

Man darf sich diese Beobachtungen aber nicht wie ein simples Fotografieren vorstellen, denn auch in einem großen Teleskop sieht `Oumuamua nur wie ein kleines Pünktchen aus:

Quelle: ESO/K. Meech et al.

Der interstellare Besucher ist der unscheinbare Punkt in der Mitte des Bildes, das aus Aufnahmen verschiedener Großteleskope kombiniert wurde. Da sich `Oumuamua vor den Sternen im Hintergrund schnell vorbei bewegt, die Teleskope aber dieser Bewegung folgen um `Oumuamua fest in der Mitte halten, sind die Sterne zu Strichspuren verzogen.

Die Astronomen maßen bei ihren Beobachtungen die Helligkeit des Objekts und ihre zeitliche Veränderung sehr genau. Aus dieser sogenannten Lichtkurve können die Astronomen Rückschlüsse auf die Form von `Oumuamua ziehen. Und diese Form ist sehr ungewöhnlich: `Oumuamua ist etwa 400 Meter lang, aber nur circa 40 Meter breit - eine intergalaktische Zigarre, zu der auch die dunkelrote Farbe passt, die `Oumuamua vermutlich hat. Die aufwendige Interpretation der Beobachtungsdaten ist die Grundlage für die im Bild ganz oben gezeigte künstlerische Darstellung.

Dass es sich bei `Oumuamua nicht um einen gewöhnlichen Kometen handelt, ergibt sich nicht nur aus seiner Flugbahn und seiner ungewöhnlichen Form, sondern auch daraus, dass der Körper in Sonnennähe keinerlei Aktivität zeigt. Kometen, die sich der Sonne annähern, beginnen in Jupiterentfernung eine Koma auszubilden und in der Entfernung der Erde von der Sonne einen Schweif. Das alles zeigt `Oumuamua nicht.

Übrigens: `Oumuamua kommt zwar aus der Richtung des Sterns Vega, ist aber wohl keine Flaschenpost der Veganer an uns Erdlinge. Trotz der enormen Reisegeschwindigkeit von 95.000 km/h benötigt `Oumuamua 300.000 Jahre, um uns aus der Entfernung der Vega zu erreichen. Vor 300.000 Jahren war die Vega aber noch gar nicht an der Stelle, an der wir den Stern heute sehen.

Dieses Video der NASA fasst unser Wissen über `Oumuamua zusammen.



Es wird am Ende des Videos darauf hingewiesen, dass wir dank verbesserter Beobachtungstechnik in Zukunft häufiger mit der Entdeckung solcher interstellarer Besucher rechnen können - ein neues, sehr spannendes Forschungsfeld!

Quelle und weitere Informationen inklusive einer Darstellung der Licktkurve: ESO-Beobachtungen zeigen, dass der erste interstellare Asteroid mit nichts vergleichbar ist, was wir bisher kennen

Sturm auf Jupiter


 Dieses Aufnahme zeigt einen riesigen Sturm auf der Nordhalbkugel des Gasriesen Jupiter. Das Bild wurde von der Raumsonde Juno bei ihrem neunten nahen Vorbeiflug an Jupiter aufgenommen. Dies war am 24. Oktober 2017. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die NASA-Sonde Juno 10.108 Kilometer über der Wolkendecke Jupiters. Die Auflösung des Bildes beträgt 6,7 km/Pixel.

Der Sturm rotiert gegen den Uhrzeigersinn. Die Wolken, die den Sturm bilden, haben unterschiedliche Höhen. Die dunkleren Wolken liegen tiefer in der Atmosphäre als die helleren Bereiche. Entlang der hellen "Arme" des Sturms sind hohe, leuchtende Wolken und Wolkenbänke zu sehen, die Schatten auf die darunter liegenden Wolken werfen. Das Sonnenlicht kommt von links.

Diese leuchtend hellen Wolkenbänke entstehen vermutlich aus Aufwinden, die weiße Ammoniak-Kristalle mit sich führen. Sie überragen ihre Umgebung um 7 bis 12 Kilometer.

Quelle und weitere Infos:
https://www.nasa.gov/juno
Image Credits: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Gerald Eichstädt/ Seán Doran